Eltern mit (Klein-)Kindern kennen das vermutlich alle. Es ist abends, alle sind schon müde, man hat wiedermal den Zeitpunkt verpasst, bei dem noch alles gut gegangen wäre und das Zähneputzen wird zum Endgegner. Schnell rutschen einem Sätze raus wie: „Wenn du jetzt nicht Zähne putzt, dann lese ich kein Buch mehr mit dir!“ Passiert uns genauso wie dir. Aber für dein Kind ist das eine echte Drohung und keine Motivation. Noch zwei Tage danach fragt das Kind vorsichtig, „bist du jetzt schon zu müde zum Buchi lesen?“ und auch bei den Großeltern bekommt es ganz plötzlich einen Stress, weil wenn es jetzt nicht gleich heim geht, dann wird kein Buch mehr gelesen. Wir haben bisher immer Bücher gelesen, aber Kinder vergessen das nicht. Auch wenn es nur einmal im Affekt gesagt wurde oder man es eigentlich gar nicht so meint.
Das Problem ist, Drohungen erzeugen Druck für dein Kind und dadurch verbindet es das Zähneputzen oder ins Bett gehen mit etwas negativem.
Dabei geht es auch anders. Mit Struktur, positiver Sprache und ein bisschen Spaß.
Kinder sind neugierig, verspielt und wollen mitbestimmen. Drohungen nehmen ihnen genau das und sie fühlen sich klein und ohnmächtig. Stattdessen lohnt es sich, Routinen und positive Verknüpfungen aufzubauen.
3 Alternativen zum „Wenn-dann“ Satz:
1. Spielerisch bleiben
- „Gehen wir zusammen Karies-Monster jagen?“
- „Die Zähne sind schon ganz müde, wir müssen sie noch sauber kuscheln“
2. Klare Routine aufbauen
- „Unsere Reihenfolge ist: Zähneputzen, Hände waschen, kuscheln und dann Buch lesen.“
- „Sobald die Zähne sauber sind, kuscheln wir uns ins Bett und lesen ein Buchi“
3. Entscheidungsspielraum geben
- „Willst du zuerst die Zähne putzen oder dir dein Buch aussuchen?“
- „Soll ich die Zahnpasta draufgeben oder willst du?“
Nähe statt Machtkampf
Dein Kind braucht am Abend vor allem Sicherheit und Verbundenheit. Unseres sitzt beim Zähneputzen zum Beispiel gerne auf unserem Schoß. Ist nicht praktisch, aber zeigt auch, dass das Zähneputzen schon ein Teil des Kuschelrituals ist. Wenn man abends dem Kind die volle Aufmerksamkeit gibt, ohne Drohungen und laut werden, dann wacht es auch feiner am nächsten morgen auf. Zumindest bei uns ist das so.
Welche Tricks funktionieren bei euch am besten?

